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Es ist ja bezeichnend, wenn in folgender Aussage so gar nichts auffällt:

Linsen und die Kursrallye


Nach einer dreimonatigen Rally ist indischen Staatsanleihen im Oktober die Puste ausgegangen. Investoren können den Linsen die Schuld daran geben.

Während die Aussicht auf höhere Leitzinsen in den Vereinigten Staaten einige Schwellenland-Fondsmanager verscheuchte, brachten die Preise der essbaren Hülsenfrüchte eine neue Zutat in die Mixtur. Die steigenden Kosten für Nahrungsmittel fielen mit einem Ausverkauf bei den in Rupien denominierten Anleihen zusammen, der die Rendite der zehnjährigen Schuldpapiere im Monat Oktober um zehn Basispunkte nach oben trieb.

Dezember nun einen Anstieg der Rendite auf bis zu 7,70 Prozent, nach einer vorherigen Prognose von 7,50 Prozent. Analysten sagten in der jüngsten Umfrage von Bloomberg im Median eine Rendite von 7,45 Prozent voraus. Die Administration von Premierminister Narendra Modi will durch Einfuhren einen Puffervorrat der Hülsenfrüchte aufbauen, was dazu beitragen soll, die Preise künftig zu bändigen. Die Regierung habe bereits Tonnen der Hülsenfrüchte importiert, und weitere Tonnen sollen schon bald ankommen, sagte Finanzminister Arun Jaitley im vergangenen Monat.

Die Teuerung bleibt zwar unter dem Ziel der Notenbank von sechs Prozent Inflation bis Januar, sie dürfte sich Anfang des kommenden Jahres aber beschleunigen, da die Regierung Lohnerhöhungen für ihre Angestellten vorbereitet.

Der Effekt der höheren Löhne auf den Konsum werde bei den Verbraucherpreisen zu einer "Aufwärtstendenz" führen, fügt er hinzu. Die Staatsanleihen gerieten im vergangenen Monat infolge von Andeutungen der Federal Reserve unter Druck, sie könnte ihren Leitzins bereits im Dezember anheben, was die Anleger verunsicherte. Oktober mit 7,51 Prozent noch ein Zweijahrestief markiert worden war. Rupien war das höchste Volumen seit Mai. Doch Ausländer haben bereits etwa 99 Prozent der bestehenden Quote für die Schuldverpflichtungen ausgenutzt, so dass die Zuflüsse nur dann wachsen können, wenn die Obergrenze im Januar das nächste Mal angehoben wird.

Die ausländischen Beteiligungen bei allen in Rupien denominierten Schuldverschreibungen erreichten am In Ermangelung jeglicher positiver Impulse am Horizont werden die Anleihen seiner Meinung nach wahrscheinlich glanzlos bleiben. Diesen Kassenbestand aber als den obgenannten Differenzbetrag zwischen Einlagen und vergebenen Krediten zu deuten, scheint m. Dieser Kassenbestand muss ja allein schon als Puffer für die täglichen Auszahlungen an Bargeld vorhanden sein, da dieses nur von der Bundesbank bereitgestellt werden kann.

Euro mit Bargeld — wie etwa in der sgn. Damit können wir festhalten: Ohne Kredite kein Geldvermögen. Oder anders herum gesagt: Es gibt nur so viel Geldvermögen, wie es Kredite gibt.

Damit aber kommen wir zu einer wichtigen Erkenntnis: Durch das Einzahlen von Spargeld auf Sparkonten ändert sich - - entgegen einer weitverbreiteten Meinung. Sparen vermehrt nicht das Geldvermögen. Dies ist der Bundesbank vorbehalten. Da aber die oben beschriebenen Vorgänge alle im Bereich der Geschäftsbanken vor sich gehen — Bargeld also von den Geschäftsbanken nur durchgereicht wird - , müssen die Geschäftsbanken einen Puffervorrat an Bargeld halten. Dieser beträgt für Dezember 15,1 Mrd.

Es geht also sowohl um die Schöpfung wie auch um die Vernichtung von Geld. Damit kommen wir zur Frage — salopp formuliert --, woher das Geld kommt, das für die Erhöhung der gesamten Geldmenge erforderlich ist, bzw.

Richtiger ist es allerdings zu fragen, wie denn Geld entsteht und wie es vergeht, also wie es geschöpft und wie es vernichtet wird. Rückzahlung eines Kredites mit Geld bedeutet damit, dass eine an das Bankensystem übereignete Verbindlichkeit einer eigenen Forderung gegenübersteht.

Sie heben sich gegenseitig auf. Kredit wie Geld verschwinden durch Kreditrückzahlung. Kreditaufnahme bedeutet Geldschöpfung Geldschöpfung und Geldvernichtung sind somit Vorgänge im Inneren des Systems, also endogene Vorgänge, demnach unser Geld endogenes Geld inside-money. Geld entsteht aus Schulden und verschwindet durch Entschulden Damit ist das Geheimnis gelüftet, wie denn Geld entsteht und vergeht. Der Vorgang ähnelt dem Vorgang, wie wir ihn bei einem Fesselballon erleben: Dort ist es der endogene Vorgang der Luftausdehnung, der durch Zufuhr von Wärme erfolgt.

Die Frage ist somit einfach zu beantworten , vielleicht zu einfach, aber gerade deshalb so schwer zu erkennen. Sie wird auch dadurch erschwert, dass wir uns so schwer von der Vorstellung von Geld als einem Ding lösen können.

Erfolgt die Kreditrückzahlung bzw. Kreditaufnahme in Bargeld, so muss damit wieder der oben beschriebene Bargeld-Puffer in die innere Betrachtung einbezogen werden.

Die Bundesbank verbucht den Kassenbestand als Passiva, denen die hereingenommenen Wertpapiere als Aktiva gegenüberstehen. Werden Bundesbank und Geschäftsbanken zusammen betrachtet, also konsolidiert, dann heben sich Aktiva bei der Geschäftsbank und als Passiva bei der Bundesbank gegenseitig auf, der Kassenbestand fällt heraus.

Übrig bleiben die abgetretenen Wertpapiere als Aktiva des Gesamtsystems. K urzform Langform bitte anfordern. Die Marktwirtschaft ist nach allgemeinen Verständnis eine Wettbewerbswirtschaft. Ziel des Wettbewerbs ist die betriebswirtschaftliche Senkung der Stückkosten der einzelnen Erzeugnisse. Diese Kosten sind in Geld ausgedrückt.

Damit aber ist das Ergebnis der — durch den Wettbewerb bedingten - Produktivitätssteigerung zwar eine Erhöhung des materiellen Sozialproduktes, nicht aber zwangsläufig auch eine des monetären Volkseinkommens. Es kommt zwangsläufig zu deflationären Effekten. Solche deflationären Effekte treten dann ein, wenn zu wenige Netto-Investitionen getätigt werden bzw.

Wie aber können nun solche deflationären Effekte vermieden werden? In den zurückliegenden Jahrzehnten wurde der deflationäre Effekt anfangs durch ein ausreichend hohes Wirtschaftswachstum nicht nur aufgehoben, sondern überkompensiert.

Formel 2 Dabei waren die getätigten Netto-Investitionen, also jene über die Ersatzinvestitionen hinausgehenden Investitionen, die durch neugeschöpfte Kredite und damit neugeschöpftes Geld finanziert wurden, die Grundlage dieses Wachstums.

Diese Politik des deficit spending hat nun zwangsläufig ein Ende gefunden. Damit einher geht ein Wachstum des Outputs, nicht jedoch ein Wachstum des Geldeinkommens. Es ist so nicht mehr die Investitionsgüterindustrie, die die abgebauten Arbeitsplätze ersetzt und zusätzliche neue schafft — und damit auch jenes zusätzliche Einkommen, das Preise ermöglicht, die höher sind als die Kosten.

Die Konsumgüternachfrage mag zwar eine gewisse Belebung durch eine nicht ganz unbeträchtliche Alimentierung von seiten derjenigen Bevölkerungsgruppe erfahren, die Geld auf den Finanzmärkten machen.

Hier wird ja noch Geldschöpfung betrieben, solange bei — im Vergleich zu den Kursgewinnen - relativ niedrigen Zinsen über den Leverage-Effekt aus Geld mehr Geld zu machen ist.

Wie aber nun, nachdem dieses Instrumentarium versagt? Vor Beantwortung der Frage ist ein Exkurs notwendig, der unterschiedliche Auffassungen über die Entstehung von Geld aufzeigt. Geld wird demnach einfach in die Wirtschaft gepumpt oder von dort abgesogen. Denn Geld wird nicht einfach gedruckt und dann unter die Leute gebracht. Zentralbankgeld entsteht derzeit erst und allein durch Kreditvergabe der Zentralbank, also letztlich durch Verschuldungsvorgänge seitens der Privaten und des Staates.

Damit ist Geld heute von seiner Genesis her von Anfang an schon Schuldentilgungsmittel — und nicht Tauschmittel, so wie es die gängige Lehre immer noch verkündet. Durch Entschuldung verschwindet Geld auch wieder. Geld entsteht durch Rediskontierung von Wechseln durch die Zentralbank und verschwindet wieder durch ihre Einlösung.

Unternehmen, die ihre Investitionen einschränken, kürzen ihren Kreditrahmen, womit Buchgeld verschwindet. Geld kann so nicht einfach als Tauschmittel in der optimalen Menge zur Verfügung gestellt werden. Als Bank braucht die Zentralbank einen Partner, der sich verschuldet, um Geld in Umlauf bringen zu können.

Mit zurückgehender Verschuldungsrate der Privaten und des Staates sinkt damit auch das Geldmengenwachstum — und dies stärker als das reale Wachstum. Der deflatorische Effekt ist damit einer Geldordnung zuzuordnen, die, wie H. Binswanger betont, durch und durch merkantilistisch ist siehe Kasten. Mehrfach wurde schon versucht, diese Ordnung, dieses System, den klassischen Grundlagen anzupassen.

Wenngleich diese Versuche bislang gescheitert sind, so stellt sich dennoch die Frage, ob dies nicht noch einmal unternommen werden sollte. So ist durchaus die Frage berechtigt, ob nicht jetzt ein System verwirklicht werden sollte, das nicht mehr auf Kreditexpansion aufbaut, wie sie durch das Banking-Schule möglich wurde, sondern eines, das auf eine Trennung von Geldschaffung und Kreditgewährung hinausläuft, wie es die Currency-Schule vorsieht.

In diesem von der ökonomischen Klassik so beschriebenen System kommt dabei Geld nicht durch Verschuldung in Umlauf. Wie aber anders, kann an Hand von Beispielen nicht gezeigt werden, da dieses System in der Praxis noch nie umgesetzt wurde — entgegen der Theorie, die so tut, also ob das so Realität wäre. In diesem Sinn geht es um eine grundlegende Neuausrichtung unserer Geldordnung, in der sich die gestiegene Produktivität auch durch eine gestiegene Geldeinkommensmenge ausdrückt.

Deshalb Geld darf nicht mehr allein? Geld ist dann ein Zahlungsmittel, das deshalb allgemeine Akzeptanz erhält weil es der Staat zur Tilgung der Steuerschulden akzeptiert [ii]. Die Schaffung von Buchgeld erfolgt durch die Geschäftsbanken.

Beide Arten der Geldschaffung sind nun zu unterbinden. Einlagen der Banken sind zu Prozent durch Notenbankgeld zu decken. Ein Währungsamt , das neben oder an Stelle? Das aber ist nur dann der Fall, wenn das sinkende Gesamteinkommen durch sinkenden Einsatz von menschlicher Arbeit in Industrie und Gewerbe — bei durchaus nicht sinkenden oder sogar steigenden Einzeleinkommen - durch zusätzliche Einkommen ergänzt werden, die vom Staat finanziert werden.

Der Stückpreis folgt dann nicht oder sehr verzögert den sinkenden Produktionskosten, was nun vorerst zu einem entsprechenden Anstieg der Unternehmensgewinne führt.

Hier hat aber nun eine neu konzipierte Steuerpolitik einzugreifen. Damit werden in den Preisen nun aber auch jene Kosten — zumindest zum Teil - integriert, die heute externalisiert werden: Die sozialen Kosten der Arbeitslosigkeit, des Bildungssystems, der sozialen und ökologischen Standortqualität, usw.. Wobei jene mehr dafür bezahlen, die auch die höheren Kosten verursachen: In der Tat soll uns der Fortschritt nicht mehr Geld, sondern mehr Lebensqualität bringen.

Was im Wettbewerb durchaus frei werden sollte, ist menschliche Arbeit, die aber weiterhin an diesem Fortschritt teilhat und — falls notwendig - auch anderweitig einsetzbar ist.

Hinter diesem so in die Realwirtschaft eingeschleusten Geld steht zwar irgendwo ein Verschuldungsvorgang, jedoch keine reale Investition und damit auch keine realwirtschaftliche Deckung — oder eben auch nur eine in Höhe des Produktivitätsfortschrittes. Und so wie diese Einnahmen aus dem Finanzmarkt könnte der Staat dieses eingeschossene Geld für die Finanzierung der Beschäftigung etwa in auf soziale Dienstleistungen ausgerichtete Non-profit Organisation verwendet werden, oder zur Finanzierung anderer öffentlicher Leistungen, etwa der Bildung, der Kultur usw.

Darüberhinaus ist in innerbetrieblicher Partnerschaft eine Teilung des verbleibenden Gewinnes durchaus vorstellbar. Aus diesen - unverteilten oder verteilten - Gewinnen heraus können auch weiterhin Netto-Investitionen getätigt werden. Um nochmals auf die Höhe des jährlichen Geldeinschusses zurückzukommen: Er sollte nicht nur ein deflatorischer Effekt vermeiden, sondern sogar ein geringer inflatorischer Effekt bewirken.

Mit zurückgehenden Netto-Investitionen wird ja derzeit das Nachfrage-Plus immer kleiner - und damit auch gesamtvolkswirtschaftlich der Überhang der Einnahmen über die Ausgaben Gewinn. Das mag insofern schwieriger zu akzeptieren sein, weil im Falle der dosierten Inflation zumindest anfänglich die Geldillusion zu Hilfe kommt.

Neben dem Währungsamt bleiben als weitere monetäre Institution die Geschäftsbanken. Ihre Aufgabe wird aber sein, einen Investitionsfonds aus nicht verbrauchten Einkommen zu sammeln, um daraus Kredite an Investoren zu vergeben. Die Sammlung kann neben den herkömmlichen Spareinlagen durch Emission von Publikumspapieren seitens der Geschäftsbanken erfolgen. Bei letzteren können dann durchaus auch positive Erträge aus Veranlagung lukriert werden.

Es wird sich also auch hier ein Finanzmarkt herausbilden, der gegebenenfalls zu kontrollieren ist. Und das Geld ist doch Tauschmittel, und als solches durfte es nur gegen Waren ausgegeben werden.

Das Reichswährungsamt betreibt keine Bankgeschäfte. Es diskontiert keine Wechsel , Es tritt in keinerlei Beziehung zu Privatpersonen. Etliche Globalisierungskritiker erliegen der Versuchung, für unübersichtliche Entwicklungen Sündenböcke verantwortlich zu machen. Die komplexen Zusammenhänge der Globalisierung reduzieren sie auf ein Komplott dunkler Mächte Auch ein ungerechtfertiger Vorwurf?

Elmar Altvater jedenfalls hält ihn für ungerechtfertigt. Doch begründet er das nicht. Er sieht jedoch einige Trittbrettfahrer in der Anti-Globalsierungsbewegung, die gegen den Vorwurf des Antisemitismus nicht gefeit sind.

Dazu zählt er auch und vor allem die Anhänger von Silvio Gesell, die Gesellianer. Bleiben wir aber zuerst doch bei der Kernschicht der Anti-Globalisierer, bleiben wir bei Altvater selbst. Auch im Eurogebiet ist die Primärbilanz aller Staatseinnahmen und -ausgaben strukturell positiv, im vergangenen Jahr mit 1,8 Prozent.

In Deutschland werden ebenfalls leichte Überschüsse erzielt. Wie kommt es dann zur Jammerdebatte um den Bruch des Maastrichter Stabilitätspaktes? Es müsse gespart, der Gürtel enger geschnallt werden. Nach Adam Riese wären ja bei positivem Wachstum und einem primären Überschuss des Staatshaushalts leichte Zuwächse für alle möglich. Doch die Logik der Gespensterwelt lautet in aller Schlichtheit: Wenn der Staatshaushalt insgesamt defizitär ist, dann rührt bitte sehr das dafür verantwortliche defizitäre Sekundärbudget nicht an, Zinszahlungen an die Halter von Staatsanleihen sind tabu.

Schneidet dort und reduziert hier, um den Überschuss im Primärbudget zu steigern. Die Zinszahlungen im Sekundärbudget gelten als sakrosankt. Das Kapital ist bekanntlich ein scheues Reh — und das bei realen Zinssätzen, die seit Jahren überall in der Welt oberhalb der realen gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate liegen.

Selbst derzeit sinkende Nominalzinsen sind noch zu hoch, weil gesamtwirtschaftliches Wachstum und die Inflationsrate in einer Lage, in der der IWF bereits deflationäre Gefahren erblickt, gegen null gehen. Alle reden von der "Gerechtigkeitslücke", die Haushaltssanierer aller Länder machen sie, auch die Bundesregierung. Mit der Agenda , mit Kürzungen bei Arbeitslosengeld und Krankenversicherung, mit einer Verschlechterung des Kündigungsschutzes und durch Lohnabbau im Niedriglohnbereich, durch Einschnitte bei Renten und Pensionen, mit Angriffen auf den öffentlichen Dienst und damit auf die Versorgung der Bevölkerung wird ein mächtiger Schlag zu Gunsten derjenigen geführt, die über Geld und Kapital verfügen.

Die Sündenböcke sind ausgemacht: Es sind die, die über Geld und Kapital verfügen. Die Finanzkapitalisten, die Bezieher von Kapitalerträgen und Zinseinkünften. Die Generosität denjenigen gegenüber, die Kapitalerträge und Zinseinkünfte beziehen, ist ebenso einseitig wie die Austerität, die denen abverlangt wird, die auf Arbeitseinkommen angewiesen sind oder keine Arbeit haben bzw.

Das ist ein "Konsens von Washington" , den dessen Urheber gern auf alle Welt ausdehnen würden. Diejenigen werden mit keiner Silbe erwähnt, die sich aus der Solidargemeinschaft, reichlich mit rot-grünen Steuergeschenken belohnt, haben verabschieden dürfen.

Welche Personen haben sich da auf was geeinigt? Geld ist eine soziale Beziehung zwischen denen, die es haben, und denjenigen, die es benötigen, zwischen Geldvermögensbesitzern und Kapitaleigentümern einerseits und Schuldnern andererseits. Die letzteren haben Schuldendienst zu leisten, der zum Zuwachs der Geldvermögen und des Kapitals beiträgt.

Dass so die Ungleichheit in der Welt zunimmt, ist wenig verwunderlich. Das Millenniumsziel der Armutsreduktion wird auf der Strecke bleiben. In ihrem jüngsten Report über die Ungleichheit in Lateinamerika und der Karibik muss die Weltbank eingestehen, dass in vielen Ländern die Reichen reicher und die Armen wohl ärmer geworden sind; die 10 Prozent reichsten Haushalte verfügen über 48 Prozent der Einkommen, die zehn Prozent ärmsten über gerade einmal 1,6 Prozent Weltbank Dem möchte man eigentlich zustimmen.

Das jedoch ist das Gefährliche daran. Denn die Wortwahl projeziert unterschwellig ein verfälschtes Bild, das zu einem Pauschalurteil verführt: Zwar ist es richtig, dass die Geldvermögensbesitzer und Kapitaleigentümer die gutsituierten bis höchstvermögenden Gläubiger sind, aber die Armen sind nicht die Schuldner. Allerdings sind die Armen die von den Schulden des Staates Betroffenen.

Weil dieser einen Gutteil seiner Einkünfte an die Bezieher von Zinseinkünften zahlen muss. Nicht nur in den Entwicklungsländern, sonder auch in Deutschland. Hier sind es 70 Mrd. Wer aber sind dann die Schuldner? Machen wir eine Blick in die Statistik: Sonstige Finanzinstitutionen plus Versicherungen. Geldvermögen und Geldschulden für Ende in Mrd. Diese betragen insgesamt nach Angaben der Weltbank rd.

Euro [iii] , also rund zwei Drittel der Bruttoverschuldung der deutschen Unternehmen. Sie sind Schuldner gegenüber den privaten Haushalten, aber als Einzelne auch Schuldner gegenüber anderen Unternehmen, etwa in Form offener Rechnungen, die beim Gegenüber als Geldvermögen zu Buche schlagen. Aber auch die privaten Haushalte haben hohe Schulden. Das aber sind gerade nicht die Armen, sondern die Reichen und der Mittelstand. Zu den Haushalten zugerechnet werden aber auch alle Einzelunternehmer wie Freiberufler, Künstler, Kleingewerbetreibende, usw, also alle Unternehmen, die keine Kapitalgesellschaften sind.

So verbirgt sich auch hier hinter der Statistik ein sehr differenziertes Bild. Um es nochmals zu sagen: Natürlich wirken sich die Schulden des Staates ganz deutlich auf die Lebensumstände der Armen aus. Das soll auch mit der Tabelle nicht bestritten werden. Sie sollte aber deutlich machen, dass die Zusammenhänge vielschichtiger sind als mit ideologisch verkürzten Aussagen dargestellt wird, die jenes Unterfutter darstellen, auf denen Verschwörungstheorien auf beiden Seiten wuchern können.

Jahrhundert" als ein Jahrhundert des Wachstums bezeichnete und das Jahrhundert als Jahrhundert der Verteilung voraussah. Er hatte damit freilich nicht eine so schamlose Umverteilung von unten nach oben gemeint , wie sie derzeit überall in der Welt erzwungen wird. Diejenigen, die sich dagegen zur Wehr setzen, stehen plötzlich als Anwälte der Verkrustung, als Feinde der Flexibilität und Modernität, als Reformbremser, als konservative Besitzstandswahrer da.

Es ist schon richtig, wenn vermerkt wird, dass die Reichen immer reicher werden. Worin aber besteht ihr Reichtum, der da verteilt werden soll?