Morden im Norden

 


Konzeption und Umsetzung von Crossmedia-Kommunikation. Diese drangsalieren und terrorisieren die Bevölkerung und gehen auch gegen uns vor. Kombinieren Sie Ihre Firmenveranstaltung mit einem Fahrsicherheitstraining.

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Und das gilt in allen Bereichen des Lebens. Ja, diese Art zu leben, dieser Teamspirit, geht zurück bis in die Wikingerzeit. Dieses tiefe Empfinden, wir können nur zusammen gut sein, führt auch dazu, dass die Menschen hier milder mit einander umgehen. Wenn man Fehler so sieht, dann kreiert man mutige Menschen, die sich trauen, Entscheidungen zu treffen und Ideen einzubringen. Hier ist man an Lösungen und Ergebnissen interessiert, die im Konsens entstehen.

Sprich jeder ist gleich wichtig und jede Meinung zählt gleich viel. Das führt zu einem anderen Miteinander auch auf der Arbeit. Keiner schaut böse, wenn du schon um 14 Uhr zur Tür raus bist, und schon gar nicht auf die Uhr. Denn jeder respektiert, dass jeder ein Leben neben der Arbeit hat und vertraut darauf, dass er seinen Beitrag zum Unternehmen, zur gemeinsamen Sache schon leisten wird.

Arbeitszeiten sind ja im Norden flexibel. Jeder macht sein Ding, so gut er kann, davon geht man aus. Und da schaut man nicht so genau hin. Neid ist im Norden nicht verbreitet. Und die Basis dafür ist ein schier grenzenloses Vertrauen in seinen Kollegen, Mitarbeiter oder Chef und das positive Menschenbild, dass jeder Mensch nur sein Bestes geben will und für den anderen Gutes im Sinn hat.

So entsteht eine Atmosphäre, in der man darauf vertrauen kann, das andere auch so denken. Denn so tolle Begriffe wie Agilität und Change , das sind ja erstmal nur Wörter. Worum es wirklich geht, ist, dass man fühlt: Damit will ich nicht sagen, dass wir in Deutschland alles falsch machen, im Gegenteil. Wir haben ganz viele Dinge, die — kombiniert mit der skandinavischen Art — unglaublich erfolgreich wären.

Unsere Strukturiertheit gepaart mit der kindlichen Neugierde der Wikinger. Die skandinavischen Unternehmen sind wie die deutschen ja auch erfolgreich. Und das will man explizit.

Menschen soll es gut gehen, sie sollen glücklich sein. Und dafür strengen sich alle an. In Deutschland herrscht auf der Arbeit oft Miesepetrigkeit. An einer Ängstlichkeit, einem fehlenden Vertrauen? Ich habe oft das Gefühl, dass wir in Deutschland Angst haben, irgendwie zu kurz zu kommen. Dabei geht es uns echt gut in Deutschland. Trotzdem versuchen wir, alles möglichst festzuzurren, damit möglichst nicht schief oder verloren gehen kann. Sich offen und verletzlich zu zeigen, zu zeigen: Bei uns gibt es dann gleich einen Stempel: Und das verhindert, andere Menschen mit anderen Meinungen ernst zu nehmen und zu respektieren.

Wenn man Angst hat, etwas zu verlieren, kann man eben nicht loslassen, egal ob es Überzeugungen sind oder alte Gewohnheiten. In Norden sagt man zum Praktikanten: Maike van den Boom auf Recherche-Reise in Skandinavien: Sie haben viele Menschen für Ihr Buch interviewt, welche Geschichte war besonders beeindruckend? Seine erste Begegnung mit der dänischen Mentalität sah so aus: Er wurde innerhalb eines Tages zum Vorstandsvorsitzenden eines Windenergie-Unternehmens berufen.

Am Morgen wusste er noch nichts davon, am Nachmittag hielt er, gerade angekommen, bereits seine Antrittsrede vor Mitarbeitern. Ein paar Minuten später sitzt er — noch ganz geplättet — in seinem neuen Büro, als es an der Tür klopft und ein Kerl in blauem Overall vor der Tür steht und sagt: Das fanden wir echt gut. Und da dachten wir: Der kann es jetzt auch bestimmt gebrauchen, das zu hören. Und auch wenn umgekehrt hier Chefs mit Mitarbeitern reden, dann von Kollege zu Kollege.

Klingt ja alles sehr schön und gut , aber ist denn in Skandinavien wirklich alles Gold, was glänzt? Es ist schon alles ziemlich goldig hier lacht. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen und Schwarze Schafe, Alphatierchen — aber die überleben hier meistens nicht sehr lange. Weil ein Skandinavier keinen Finger rührt, wenn ihm kein Sinn geboten wird und der Respekt nicht da ist.

Denn man hat nur ein Leben, und das will man sich ja für acht Stunden am Tag nicht versauen lassen. Maike van den Boom ist eine gefragte Glücksforscherin.

Was sie entdeckte, sind glückliche, mutige und selbstbewusste Menschen, die miteinander mehr erreichen wollen als allein. Maike van den Boom gehört zu den spannenden Referenten, die am Noch eine Anmerkung von mir.

Dies führt wiederum auf Dauer zu einer höheren Unzufriedenheit und leider auch oft zu Missgunst gegenüber anderen, die möglicherweise viel selbstbewusster auf die eignenen Grundbedürfnisse achten. Bitte nicht Missverstehen es geht mir hierbei nicht um individuellen Egoismus, sondern um Selbstwirksamkeit und Selbstorganisation, welche auf Dauer zu einer vertstärkten Innovationskraft und Zufriedenheit führt.

Dabei kam natürlich auch das Buch zur Sprache. Der Inhalt des Interviews und die Art wir Maike es erzählt hat, haben mich neugierig gemacht. Buch gekauft und schon zur Hälfte gelesen. Ja, die Skandinavier machen es anders. Nicht alles ist Gold was glänzt, aber dennoch auch bei uns erstrebenswert.

Ich habe viel gelernt, viel mitgenommen. Vor allem habe ich den Vorsatz viele Aspekte a in meinem persönlichen Alltag und b in meiner Rolle als Personalchef mit einzubringen. Mutig sein, sich auf etwas anders einzulassen. Wenn man das Buch gelesen hat, kann man erahnen was das bedeuten kann. Anfangen, voran gehen und nicht darauf warten das andere mitmachen. Freue mich schon auf die ersten Experimente und Erfahrungen. Danke an Maike, dass Sie uns diese Erfahrungen weitergegeben hat.

Ja, das kann ich nur bestätigen. Ich habe selbst 3 Jahre in Schweden gelebt. Wenn es darauf ankommt, packen die Schweden einfach zu. Sie sind entspannt und hilfsbereit. Und Sie haben gelernt, zuzupacken. Jeder denkt mit bei dem, was er macht.

Jeder hat einen Glasfaseranschluss, die Infrastruktur ist sehr gut und es gibt deutlich weniger Bürokratie. Keiner hat Zeit für sinnlose Diskussionen. Sie hätten dazu nur gerne Perspektiven und möchten ohne Angst vor Krieg und Gewalt leben. Dazu beizutragen ist aller Ehren wert. Sie sind oft rund um Gao unterwegs. Welchen Eindruck konnten Sie dabei vom Gastgeberland gewinnen? Ich bin tatsächlich recht häufig unterwegs. Wir sind hier im Sahel, nahe der Sahara. Hier herrscht eine Savannenlandschaft vor, mit Pflanzen und Tieren, die mit wenig Wasser auskommen.

Die Dörfer bestehen aus Lehmziegelbauten, bei nomadischer Bevölkerung auch aus Zelten, hergestellt aus Tierhäuten. Die Städte sind etwas bunter und französisch geprägt. Offene Anzeichen von Hunger bei den Maliern sind zumindest im Einzugsgebiet des Niger, der das ganze Jahr ausreichend Wasser führt, nicht zu sehen.

Ansonsten ist Wasser allgemein eine knappe und wertvolle Ressource. Wir haben auch einheimische Mitarbeiter bei uns im Camp. Wir gehen respektvoll und höflich mit ihnen um und merken an täglichen kleinen Zeichen, dass sie sich bei uns wohlfühlen.

Die Bevölkerung ist überwiegend freundlich, auch neugierig, insbesondere die Kinder. Die Malier sind vergleichsweise arm, aber nicht unbedingt bedrückt. Dies wird sehr geschätzt. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den niederländischen Kameraden? Das Verhältnis ist ausgesprochen gut und professionell. Kleinere Probleme werden einfach geregelt.

Dies erfordert höchste Konzentration. Die Niederländer werden übrigens auch mit unseren Hubschraubern zu den Einsätzen in der Umgebung geflogen. Dies funktioniert auch deshalb, weil die Niederländer schon lange zur deutschen Division Schnelle Kräfte gehören und man bereits miteinander geübt hat. Was unterscheidet den Einsatz in Mali von dem in Afghanistan? Afghanistan ist ein sehr islamisch geprägter Staat mit strengen Regeln. Der Einfluss der Religion ist allgegenwärtig.

In Mali insbesondere in den Städten finden wir einen freieren, toleranten Islam. Die Bedrohungslage ist hier allerdings deutlich vielschichtiger.

Es gibt eine unübersehbare Anzahl an bewaffneten Gruppen, die für oder gegen den Staat agieren, verbündet und verfeindet sind, diese Haltung allerdings oft zweckgebunden ändern. Es gibt auch nicht wie in Afghanistan als Hauptgegner die Taliban, sondern etliche sogenannte Katibate — terroristisch-militante Gruppierungen unterschiedlicher Stärke. Diese drangsalieren und terrorisieren die Bevölkerung und gehen auch gegen uns vor. In der Vorgehensweise unserer Gegner entdecken wir viele Dinge, die wir schon aus Afghanistan kennen.

Die Sicherheitskräfte in Afghanistan waren zu der Zeit, in der ich dort war, insgesamt schon besser aufgestellt, trainiert und auch besser ausgerüstet als diejenigen hier in Mali. Unsere Verteidigungsministerin war vor nicht langer Zeit im Nachbarstaat Niger und bei uns hier in Mali. Diese Herausforderung der Ertüchtigung der Streitkräfte aller Sahelstaaten ist erkannt, eingeleitet und daran wird weiter gearbeitet. So will auch die UN nach und nach eine Art von Partnering beginnen, um die Sicherheitskräfte zu ertüchtigen.

Was macht ein Kontingentführer, um sich in den wenigen dienstfreien Momenten zu entspannen? Diese Momente gibt es hier leider nicht. Hier kann jederzeit etwas passieren, wo dann der Kontingentführer gefordert ist. Ruhe finde ich bei unseren sonntäglichen Gottesdiensten. Das macht meine Aufgabe leichter, dafür bin ich sehr dankbar und das spornt mich jeden Tag aufs Neue an.

Ich habe eine sehr schöne Aufgabe an der Offizierschule des Heeres in einem attraktiven Standort in Deutschland, auf beides freue ich mich: